ZweiDrittel FM – Der Podcast aus dem Jugendknast

Kurzbeschreibung des Projekts

Junge Männer leben im Gefängnis weitestgehend abgeschottet von der Außenwelt. Mit „Zweidrittel.fm“ erhalten die Gefangenen der Jugendstrafanstalt Berlin ein eigenes Sprachrohr, um selbstbestimmt ihre Geschichten zu erzählen und mit den Klischees über Menschen in Haft aufzuräumen
Das Projekt Zweidrittel.fm baut gemeinsam mit Insassen eine Radioredaktion auf und produziert eigene Beiträge. Die Themen und Formate entwickeln die Jugendlichen selbst. Bei der Umsetzung werden sie von einem Dozent*innenteam aus professionellen Soundproduzenten, Pädagog*innen und Journalisten unterstützt.

Foto: ZweiDrittel FM, Boris Hermann

Wie verstehen Sie Ihre Rolle als gesellschaftspolitische Akteurin oder Akteur im Feld der kulturellen Bildung?

Was ist dabei Ihre größte Herausforderung in Zeiten gesellschaftlicher und politischer Polarisierung und wie gehen Sie damit um?

Das Radioprojekt Zweidrittel.fm ermöglicht es den Gefangenen, sich und ihre Umwelt zu reflektieren und eigene kreative Ausdrucksformen zu entwickeln. Es trägt sowohl zur künstlerischen als auch zur politischen Bildung der Insassen bei. Die zahlreichen Gespräche, die vor der Themenfindung oder in den Pausen der Aufnahmen entstehen, schätzen wir als sehr gewinnbringend für alle Beteiligten ein. Sie eröffnen weite Horizonte und stärken das Selbstwertgefühl der beteiligten Redakteure. Insbesondere auch die Aufgabe des Moderatoren, der über die Beiträge der anderen Teilnehmer reflektiert und bestimmte Themen aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt, ist sehr wertvoll für die Entwicklung sozialer Kompetenzen.
Gleichzeitig können zahlreiche Beiträge entstehen, die Denkanstöße für Menschen sein werden, die das Leben im Gefängnis nicht kennen. Zweidrittel.fm will so Klischees über den "Knast" eine komplexere Wirklichkeit entgegenstellen.

Einblicke ins Projekt - Mit freundlicher Genehmigung der Jugendstrafanstalt Berlin.

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